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Buchvorstellung & Diskussion: Friedrich Bruegel – „Verschwörer“

Wann: 15.09.2026 18:30, Wo: Botschaft der Tschechischen Republik in Wien, Peninger Straße 11-13, 1140 wien

Literarische Entdeckung Verschwörer – der Sozialdemokrat Friedrich Bruegel aus österreichischer und tschechischer Perspektive
Der wiederentdeckte Roman von Friedrich Bruegel (1897–1955) aus dem Jahr 1949 über den Aufstieg der kommunistischen Diktatur in der Tschechoslowakei wurde nach der Veröffentlichung der ersten tschechischen Übersetzung im Frühjahr 2026 als literarisches Ereignis begrüßt. Was macht die Verschwörer zu einem lebendigen, ja sogar äußerst aktuellen Werk? Der Roman zeichnet ein zeitgenössisches Bild der stalinistischen Tschechoslowakei und formuliert zugleich eine allgemeinere Erkenntnis über totalitäre Macht, der die Sprache, Institutionen und selbst die Kategorien von Gut und Wahr unterworfen werden. Der Roman Verschwörer erschien erstmals 1951 auf Deutsch (Europa Verlag), auf Tschechisch erst im Jahr 2026 in der Übersetzung von Jiří Stromšík (Verlag Sterne).


Der deutschschreibende Autor Friedrich Bruegel ist sowohl mit Österreich als auch mit Tschechien eng verbunden. Der in Wien gebürtige Sozialdemokrat aus einer mährisch-jüdischen Familie wurde als Leiter der Sozialwissenschaftlichen Bibliothek der Wiener Arbeiterkammer, Journalist und Dichter der Soziallyrik in den 1920er Jahren bekannt. 1934 ins Exil verbannt, suchte er sich neue Heimat in Prag. Als tschechoslowakischer Bürger und Diplomat war er in den Nachkriegsjahren bei der Militärmission in Berlin tätig. Nach seiner Flucht in den Westen schrieb er 1949 den Roman Verschwörer.

Über den Autor und sein Werk, das die Zersetzung von Institutionen und Werten, gesellschaftliche Teilnahmslosigkeit, aber auch das ungebrochene Streben des Einzelnen nach verantwortungsvollem Handeln thematisiert, wird die Verlegerin Eva Jelínková mit dem österreichischen Germanisten Julius Stieber und dem tschechischen Germanobohemisten Jan Budňák diskutieren. Auszüge aus dem deutschen Originaltext des Romans werden von Marketa Richter gelesen.

Der Eintritt ist nach vorheriger Anmeldung möglich.

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