2. Gedenkveranstaltung zu Ehren der tschechischen Opfer in Berlin-Plötzensee
15.09.2026 / 15:49 | Aktualizováno: 15.09.2026 / 15:53
Am 9. September gedachten wir in der Gedenkstätte Plötzensee in Berlin der tschechischen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung in den Jahren 1940 bis 1945.
Die Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, jährlich Gedenkveranstaltungen für die tschechischen Opfer in Plötzensee zu organisieren. Die diesjährige zweite Gedenkveranstaltung war den Frauen im Widerstand gewidmet, die in Plötzensee aufgrund ihres Widerstands gegen das NS-Regime hingerichtet wurden und dafür ihr Leben lassen mussten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkfeier wurden von Prof. Dr. Julia Spohr, Direktorin der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Botschafter Jiří Čistecký, Stephan Mayer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der Deutsch-Tschechischen Parlamentariergruppe, sowie Dr. Kamil Nedvědický, Erster stellvertretender Direktor des Instituts für das Studium totalitärer Regime (ÚSTR), angesprochen.
Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurden zudem die Namen von 25 hingerichteten Frauen verlesen. Die Namen wurden von Schülerinnen vorgetragen, die sich am Vortag im Rahmen eines Schülerworkshops an der Europäischen Akademie Berlin (EAB) auf diese Aufgabe vorbereitet hatten.
Ein bedeutender Programmpunkt war außerdem die Präsentation der Ergebnisse des bereits erwähnten Schülerworkshops. Für die Vorbereitung gilt unser besonderer Dank der Historikerin PhDr. Magda Veselská vom ÚSTR und Sarah Eilingsfeld, stellvertretende Direktorin der EAB. Die Schülerinnen, die aktiv am Workshop teilgenommen hatten, stellten die Ergebnisse ihrer Arbeit vor und beleuchteten die Schicksale von fünf ausgewählten in Plötzensee hingerichteten Frauen: Irena Bernášková, Marie Dubská, Miloslava Gschwindová, Věra Ledererová und Elisabeth Sztwiertnia. Ihre Lebensgeschichten sind Zeugnisse von Mut, Zivilcourage und Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur.
Wie bereits bei der ersten Gedenkveranstaltung schätzten wir auch diesmal die erneute persönliche Anwesenheit von MUDr. Tomáš Filip, dem Urenkel von General Václav Ždímal, der am 2. September 1942 in Plötzensee hingerichtet wurde.
Die diesjährige zweite Gedenkveranstaltung wurde gemeinsam von der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin, dem Institut für das Studium totalitärer Regime (ÚSTR), der Europäischen Akademie Berlin (EAB) und der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand vorbereitet.
Historischer Kontext
Das Gefängnis Plötzensee war während der nationalsozialistischen Herrschaft einer der zentralen Orte der Vollstreckung von Todesurteilen. Zwischen 1940 und 1945 wurden dort zahlreiche tschechische Widerstandskämpfer hingerichtet, die vom Volksgerichtshof wegen Hochverrats, Landesverrats und anderer politischer Delikte zum Tode verurteilt worden waren. Insgesamt wurden in Plötzensee nahezu 3.000 Menschen hingerichtet, darunter 671 Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen Tschechoslowakei.