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Jiří Gruša, der ehemalige Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, Minister, Dissident und Schriftsteller, ist gestorben.

(Artikel aus dem Archiv, Gültigkeit abgelaufen 03.11.2012 / 01:00.)

Am Nationalfeiertag 28. Oktober 2011, an dem Tag, wann man die Gründung der Republik Tschechoslowakei gedenkt, ist einer der Gründer des neuen Kapitels der tschechisch-deutschen Beziehungen nach dem Jahr 1989 verschieden. Das Kondolenzbuch wird in der Botschaft der Tschechischen Republik vom Donnerstag 3. November bis Freitag 4. November und vom Montag 7. November bis Dienstag 8. November zwischen 10 – 12 und 14 – 16 Uhr ausgelegt.

Jiří Gruša, studierter Historiker und Philosoph, wurde bald nach seiner Unterschrift der Charta 77 zur Emigration gezwungen. In den Jahren 1981 – 1989 lebte er in der Bundesrepublik Deutschland, wo er die deutsche Staatsbürgerschaft erworben hat und wo er unter anderem zum Vizevorsitzenden des Tschechoslowakischen Dokumentarzentrums für freie Literatur wurde. Deutsch wurde für ihn seine persönliche „Sprache der Freiheit“. Im Jahr 1990 erwarb er die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft wieder zurück und trat in den Diplomatendienst, um ein Jahr darauf in das Amt des Botschafters der erstmal Tschechoslowakischen, später Tschechischen Republik ernannt zu werden. Die Botschaft der Tschechoslowakischen föderativen Republik, bzw. der Tschechischen Republik, in Bonn leitete er sechs Jahre lang. Den guten Namen von Tschechien hat Jiří Gruša auch als Vorsitzender der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. in den Jahren 2003 – 2009 oder als Direktor der Diplomatenakademie in Wien zwischen 2005 – 2009 vertreten. Jiří Gruša wurde nicht nur als ein anerkannter Diplomat, aber auch als ein Dichter, Prosaschriftsteller, Übersetzer und Journalist berühmt.