Hochgeschwindigkeitsverbindung, Schienengüterverkehr - Verkehrsminister Bednárik führte Gespräche mit seinem deutschen Amtskollegen
09.03.2026 / 11:33 | Aktualizováno: 09.03.2026 / 11:56
Schnelle Eisenbahnanbindung zwischen Prag und Berlin sowie konkrete Schritte zur Unterstützung des Schienengüterverkehrs waren die Hauptthemen des Gesprächs zwischen dem tschechischen Verkehrsminister Ivan Bednárik und seinem deutschen Amtskollegen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am 6. März 2026.
Beide Minister waren sich über die Bedeutung des Projekts einer Schnellbahnverbindung auf der Achse Prag – Ústí nad Labem – Dresden – Berlin für Tschechien und Deutschland einig. Die Neutrassierung würde helfen, die langjährigen Kapazitätsengpässe auf der bestehenden Elbtalbahn zu beseitigen und sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr zwischen Tschechien und Deutschland deutlich zu entlasten.
Ein zentraler Bestandteil der schnellen Eisenbahnverbindung nach Dresden ist der Erzgebirgstunnel, der eine Länge von etwa 30 Kilometern haben wird, davon werden 12 Kilometer auf tschechischem Staatsgebiet verlaufen. Der Tunnel ist für einen Mischbetrieb von Personen- und Güterzügen ausgelegt. ‚Die Bedeutung des Tunnels liegt nicht nur darin, den Betrieb schneller Personenzüge zu ermöglichen, die dort mit bis zu 200 km/h fahren können, sondern er ist auch aus Sicht der Kapazitätserhöhung für den Güterverkehr von großer Relevanz. Die deutsche Seite informierte uns darüber, dass das Vorhaben zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Dresden nach Tschechien dem Bundestag zur Prüfung vorgelegt wurde. Zugleich befasst sie sich – ebenso wie wir – mit der Frage der Finanzierung dieses äußerst kostenintensiven Projekts. Im Sommer sollten wir von der Europäischen Union Informationen darüber erhalten, wie viel sie im kommenden Programmzeitraum für die Kofinanzierung von Eisenbahnprojekten bereitzustellen plant,‘ sagt Verkehrsminister Ivan Bednárik.
Die tschechische Eisenbahnverwaltung führt derzeit eine detaillierte geologische Untersuchung durch und ergänzt die gemeinsame technische Dokumentation um nationale Anforderungen, die sich aus dem Scoping-Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) ergeben. Der Baubeginn ist aktuell für das Jahr 2030 vorgesehen, mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2042. Entscheidend wird nun die Verhandlung über den neuen mehrjährigen EU‑Haushalt, um sicherzustellen, dass für ein so bedeutendes Projekt wie die Hochgeschwindigkeitsverbindung Via Vindobona zwischen Berlin, Prag und Wien ausreichende europäische Mittel bereitgestellt werden.
Die beiden Minister sprachen auch über die Modernisierung der westlichen Eisenbahnverbindung Plzeň – Domažlice – Staatsgrenze – München/Nürnberg, mit dem Ziel, eine weitere leistungsfähige und vollständig elektrifizierte Verbindung nach Deutschland zu schaffen. Ein Teil des Projekts Plzeň – Domažlice soll bis 2030 realisiert werden; geplant sind dabei die Elektrifizierung und Kapazitätserhöhung der Strecke. Der erste Bauabschnitt Plzeň (außerhalb) – Nýřany – Chotěšov (außerhalb) beginnt noch dieses Jahr. ‚Ich habe Bundesminister Schnieder nachdrücklich auf die Unterstützung Bayerns hingewiesen und ihn über die Notwendigkeit informiert, die Vorbereitung der Modernisierung und Elektrifizierung des Abschnitts Regensburg/Nürnberg – Schwandorf – Furth im Wald zu beschleunigen. Für die tschechische Wirtschaft ist es wichtig, dass wir eine weitere hochkapazitive Eisenbahnverbindung nach Deutschland erhalten,‘ ergänzt Minister Bednárik.
Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs
Minister Bednárik sprach mit Bundesminister Schnieder ebenfalls über systemische Maßnahmen zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Schienengüterverkehrs und stellte konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen vor. Obwohl die Europäische Union langfristig anstrebt, das Volumen des Schienengüterverkehrs bis 2050 zu verdoppeln, sinkt der Anteil der Bahn am gesamten Binnenverkehr seit Jahren. Gründe dafür sind vor allem hohe Energiekosten, unzureichende Infrastrukturkapazitäten, ungleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber dem Straßengüterverkehr sowie fortbestehende Interoperabilitätshindernisse.
‚Der Schienengüterverkehr steht zunehmend unter verschärften Wettbewerbsbedingungen. Wenn Europa seine Klimaziele auch nur annähernd ernst nimmt und gleichzeitig eine starke und widerstandsfähige Industrie erhalten will, müssen wir den Güterverkehr auf der Schiene tatsächlich unterstützen. Die Tschechische Republik ist bereit, diese Veränderungen auf europäischer Ebene aktiv voranzutreiben,‘ schließt Verkehrsminister Ivan Bednárik.“
Pressemitteilung des Verkehrsministeriums vom 6.3.2026, mehr Info hier
